Unvollkommen

Thu, 01/22/2015 - 18:38 -- Alexa98

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Seit drei Jahren muss ich's ertragen,

darf mich nicht beschweren und blos nichts sagen.

Erst sagst du, es ist aus, schickst ihn raus,

doch er darf bleiben, bei uns Kindern verweilen.

Er will uns wachsen sehen und nicht verzweifelt daneben stehen.

Was du gesagt hast, kann ich nur zu gut beschreiben

und dennoch brachte es ihn zum weinen.

Ich muss gestehen, noch nie zuvor hab ich ihn so gesehen.

 

Was kommen würde, wusste ich,

doch vorbereitet war ich nicht!

Ich hielt dich fest, da du's nicht verstanden hast,

denn auch unser Schluchzen hat uns nicht weit gebracht.

 

Bis Juni sollte deine Antwort kommen

und er bemühte sich vollkommen.

Er machte nichts falsch,

gab dir den Platz, der dir half.

Doch was kam raus?

Wir leben noch im selben Haus.

Ich bin mir nicht sicher, wie es jetzt aussieht,

doch, ob gut, oder nicht sagt man mir nicht.

 

In dieser Zeit wurde mir alles gesagt

und oft war ich dann verzagt.

Ich war noch jung,

wusste nicht damit umzugehen.

Schließlich bin ich ein Kind

und soll euch Rede und Antwort stehen.

Was habt ihr nur von mir verlangt?

Das machte mich im Kopf ganz krank!

 

Ich muss mich heute noch erinnern,

was ich fühlte bei meinem wimmern.

Ein Gefühl, was ich keinem wünsche,

denn es ist eine große Bürde.

Erst die Leere, die mich überkam,

dann die Hand, die ein Teil von mir nahm.

So allein gelassen und ganz leer,

schmerzte mein Herz so sehr.

 

Ich versuchte, das Beste daraus zu machen,

doch scheint auch das nicht zu klappen.

Oft durfte ich mir Klagen anhören,

die mich innerlich zerstörten.

Anderes wurde wichtiger.

Meine Kindheit ward zunichte gemacht.

 

Jetzt blicke ich zurück,

auf das was war.

Froh bin ich nicht -

Das kann ich dir sagen.

Was man alles von mir verlangte,

entblösste einen Kampf in meinem Kopfe.

Alles was man mir noch erzählte,

über den anderen, waren keine Späße.

In einer Welt zwischen Zweien gefangen,

da konnte ich nur bangen.

 

Ganz gespannt, wie ich mich entschied,

verblasste meine Liebe.

Nicht auszuhalten ist es hier

und noch griff ich zu keinem Bier.

Dennoch ist es schwer zu sagen,

was ich alles noch kann ertragen.

Euere Last, die wir nicht verschuldet haben,

war doch nur eines unserer Versagen.

Keinen scheint zu interessieren,

warum ich mich bin am distanzieren.

 

Weg von zu Haus,

ins Camp hinaus

und wieder zurück,

werde abgeholt,

der Anblick ist mir fremd

und doch bin ich ihr Kind.

 

Wenn ich weg bin,

wird mich kaum einer vermissen.

Ich hätte mich schon sollen früher verpissen.

Warum ich jetzt hier sitze und dieses schreibe,

liegt daran, dass ich oft muss weinen.

Alleine wegen dem Schmerz,

den ihr mir setztet ins Gesicht.

Was ihr in mir auslöst verletzt mich zutiefst.

 

Wieso versteht ihr mich nicht?

An der Sprache liegt es nicht.

Und doch sind wir Welten von einander entfernt,

bereitet euch das als Eltern etwa keinen Schmerz?
Als Kind sich geborgen zu fühlen,

auch ohne Berührungen ist nicht zu viel verlangt!
Doch ihr habt mich weggestoßen und gabt mir nicht die Hand.

 

Heute will ich weit weg von alledem hier und zurück zu mir.

Dahin, wo ich mal sorglos sein kann

und frei bin von jedem Zwang.

Auch wenn ihr dies nicht billigt,

eine Familie zu sein habt ihr schon lange verloren.

 

Um was es euch ging, ist fraglich,

doch der Grund, warum ich weg geh ist,

damit ihr seht, wie es ist sich zu distanzieren

und nun werde ich probieren, euch zu beweisen,

was mich bringt auf meine Reisen.

Reisen, die ich unternehme, um mich nicht zu schämen.

Wo ich mich kann benehmen und auch mal bequemen.

Dahin, wo ich nicht gestraft werde

für mich als unvollkommene.

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